Zum Thema Drogen und Sucht gibt es viele Fragen. Von Jugendlichen. Von Eltern. Auch von Jugendleitern und Lehrern. Um Antworten darauf zu finden, lud das Jugendforum zu einer Podiumsdiskussion in den Obergünzburger Hirschsaal ein. Sie stieß bei den jungen Leuten auf großes Interesse. Er hätte sich jedoch gewünscht, „dass mehr Eltern kommen", so Jugendbeauftragter Herbert Heisler, der die Veranstaltung moderierte.

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Der Abend informierte nicht nur, er regte zum Nachdenken an. Von Seiten des sachverständigen Podiums flossen neben den klaren Fakten berufliche Erfahrungen und einprägsame Erlebnisse ein. Dazu gehörten die Schilderungen der Münchnerin Miriam Hansen über ihren einstigen Weg in die Sucht und wie sie sich vor mittlerweile sechs Jahren daraus befreite. Zum Teilnehmerkreis zählten auch Erich Reif und Johannes Huber von der Polizei in Kaufbeuren, Heilerziehungspfleger Tom Techow, der in der Forensik und in der Suchtprävention tätig ist, Sozialpädagogin Eva Zollikofer, Gymnasiast Valentin Heisler, als Vertreter des Jugendforums, die Leiterin des Obergünzburger Jugendtreffs, Petra Schindele, Sandra Gurmann, die in Obergünzburg Jugendarbeit leistet, und Sonja Angerer, Jugendsozialarbeiterin an der örtlichen Mittelschule.
Mit einer „Impulstheater"-Collage aus Fragen und Statements, geschrieben von ihrem Lehrer Wolfgang Peter und Sonja Reischl, führten Schülerinnen der Mittelschul-Klasse 9 M effektvoll ins Thema Sucht und Drogen hinein. Gleich zu Beginn der Fragerunde machten Reif, Huber und Techow deutlich, dass der Konsum pflanzlicher oder synthetischer Drogen, von Spice, Legal Highs oder gespritzten Schmerz-Pflaster-Substanzen mit ihren unbekannten Dosierungen lebensgefährlich sein kann. „Beim Bier weiß ich, was drinnen ist, beim Spice nicht", sagte Techow. Die Substanzen wirkten bei den Menschen zudem sehr unterschiedlich. Jederzeit könnten die Drogen Psychosen auslösen. Das gelte auch für Cannabis. Zum Thema „K.o.-Tropfen" beim Besuch von Tanzveranstaltungen und Diskotheken warnte Reif: „Lasst eure Getränke nicht aus den Händen." Die Tropfen könnten auch tödlich sein. Aufgeworfen wurden daneben Fragen zum Alkoholkonsum, Rauchen und einem verbreiteten Medikamenten-Gebrauch, beispielsweise von Ritalin.
Nicht nur die Konsumenten von Drogen, auch ihre Eltern brauchen Hilfe und Unterstützung, betonte Reif. Denn, wie Techow sagte: „Das Schlimmste ist diese Ohnmacht." In Kaufbeuren biete neben dem Bezirkskrankenhaus beispielsweise die Caritas professionelle Hilfe an. Dass die Problematik zu Anfang eher verdrängt werde, sei häufig. „Nicht mein Kind!", zeigten sich Eltern oft überzeugt, selbst ungeachtet der Tatsachen. Aus Sicht der Schule gelte es, die Persönlichkeit der Jugendlichen zu stärken, „damit man es nicht nötig hat, sich Drogen zuzuwenden", befand Schulleiter Andreas Roth. „Auch Jugendliche sind für sich selbst verantwortlich", erinnerte schließlich Reif. (Allgäuer Zeitung vom 22.11.2013; Text und Foto: M. Hacker)

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